Zielstrebig: unsere neue Pfarrerin Tanja Götz

Ihr Weg zum Theologiestudium war nicht ganz einfach. Tanja Götz stammt aus dem Stuttgarter Norden und wusste schon von der 5. Klasse an, dass sie einmal Pfarrerin werden wollte. Dafür war aber nach der Realschule zunächst einmal der Wechsel auf das Wirtschaftsgymnasium notwendig - ein Schulzweig, der ihr, wie sie erzählte, wenig Freude machte. Zwar ist es auch im Pfarrberuf von Vorteil, wenn man bei Buchhaltung und Haushaltsplänen mehr als eine ungefähre Ahnung hat, aber für Götz bedeutete es vor allem, dass sie sich mit Zahlen herumschlagen musste, obwohl sie viel lieber mehr Sprachunterricht gehabt hätte.
Den bekam sie dann allerdings nach dem Abitur im Übermaß: Latein, Griechisch und Hebräisch musste sie erlernen. Das tat sie am Sprachenkolleg der Ev. Landeskirche in Stuttgart und an der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau. Dann konnte das Theologiestudium in Tübingen beginnen. Besondere Freude hatte sie dabei an Kirchengeschichte, wo sie viele Vorlesungen hörte und nebenher als wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl von Professor Köpf im Institut für Spätmittelalter und Reformation arbeitete: „Ich habe nächtelang Luther gelesen“.
2004 stand die Hochzeit mit ihrem Mitstudenten Bernhard auf dem Programm, 2006 legte sie ihr Examen ab und war von 2006 bis 2008 im Ausbildungsvikariat in Unterweissach, Dekanat Backnang, tätig. Danach arbeitete sie als Pfarrerin zur Dienstaushilfe in ihrer unständigen Zeit beim Dekan in Schorndorf. Götz übernahm 2012 als geschäftsführende Pfarrerin die beiden eigenständigen Gemeinden Kayh und Mönchberg im Dekanat Herrenberg.
Abgesehen von der Zeit in Neuendettelsau, war die 40-Jährige ausschließlich in der Region um Stuttgart tätig. So reifte der Plan, innerhalb der Evangelischen Landeskirche Württemberg einmal einen größeren Sprung zu wagen - und die Wahl fiel auf Leutkirch. Eine erste Bekanntschaft mit der Allgäustadt war bereits über ihren Hund gemacht worden, denn ihr Husky stammt direkt aus Leutkirch. Aber auch die erste Begegnung mit der Kirchengemeinde fiel positiv aus: Die Dreifaltigkeitskirche hatte es der Theologin spontan angetan. Die Verbindung von alten und neuen Elementen, aber auch die Chance zur vielfältigen Nutzung gefielen ihr sofort.
Neben ihrem Hund gehören auch zwei Papageien zum Haushalt in der Bleiche. „Im Gegensatz zum Hund hört man sie gelegentlich“, sagt die Pfarrerin, die begeistert ist von der Intelligenz ihrer gefiederten Hausgenossen. Während die Vögel im Haus bleiben, heißt es mit dem Husky Gassi gehen, raus an die frische Luft. So ist auch der Zughundesport ein Hobby geworden. Außerdem kocht die Theologin gerne. Das Ehepaar schätzt gesellige Runden unter Freunden. Besonders verbunden fühlt sich Götz dem englischsprachigen Raum und hat sich bis heute ihr Faible für die englische Sprache erhalten. Ihre Englischkenntnisse kamen ihr auch auf der letzten Pfarrstelle zupass, als sie sich mit dem Thema Lobpreislieder auseinandersetzen musste. Dabei entdeckte sie die Musik der Hillsong-Church als ein mögliches Bindeglied zu jüngeren Gemeindemitgliedern, wobei sie aber keinesfalls das traditionelle Liedgut preisgeben möchte. Die Verbindung von Moderne und Tradition gilt auch hier und liegt ihr am Herzen.     (bawa)