Predigt zum Kanzeltausch: Lukas 8, 4-9 (Sexagesimae & Invokavit 2021) von Pfarrerin Tanja Götz

Keine Kornfelder hier im Allgäu, liebe Gemeinde.

In der Landschaft meiner Kindheit gab es sie zuhauf. Mit dem Fahrrad bin ich über Feldwege zwischen hohen Ähren gefahren – Sommerhitze, die mir entgegenschlug, manchmal undurchdringlich wie eine Wand. Ein besonderer Geruch, Staub im Gesicht und zur Erntezeit riesige Mähdrescher. Auch in meiner alten Gemeinde waren Felder landschaftsprägend. Erntebitte, Baumwiesen- und Feldsegen gehörte im Jahreslauf dazu.

Ein Ackerfeld ist eine ziemlich große Fläche. Bodengrund, Gelände, Witterung, Faktoren, die unklar bleiben – und trotzdem daran und damit arbeiten, säen, pflegen, bewahren, weil es sonst keine Ernte geben wird. Das alles ist nicht ganz einfach, ist eine komplexe Aufgabe. Unsere Seelenlandschaft ist nicht weniger groß und auch nicht weniger komplex. Hier gilt dasselbe: Es wird keinen Ertrag geben, wenn wir nicht ans Werk gehen, sie urbar zu machen. Und gleich an dieser Stelle die ermutigende Erinnerung, dass alles Notwendige längst in uns angelegt ist. Das heißt: In uns ist alles, was wir brauchen, auch wenn wir uns dessen nicht immer bewusst sind. Beim Training neulich kam mir dieser Gedanke, als ich Übungen zur „unteren Bauchmuskulatur“ machte. Am Tag danach konnte ich gut spüren, dass es diese Partie gibt. Also denken wir dran: Alles steckt in uns, wir müssen es nur manchmal erst trainieren und das erfordert Durchhaltevermögen, Wollen und Tun.

Schauen wir gemeinsam auf den Predigttext im Rahmen des Kanzeltauschs für die Sonntage Sexagesimae und Invokavit. Wir lesen in Lukas 8, 4-9: „4 Als nun eine große Menge beieinander war und sie aus jeder Stadt zu ihm eilten, sprach er (Jesus) durch ein Gleichnis: 5 Es ging ein Sämann aus zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges an den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen's auf. 6 Und anderes fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. 7 Und anderes fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten's. 8 Und anderes fiel auf das gute Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre!“

Hören ist nicht immer einfach: Mal ist man abgelenkt. Oder unser Gehör funktioniert nicht mehr so zuverlässig. Das Hörgerät braucht eine neue Batterie. Die Pfarrerin spricht zu schnell. So ist das mit dem Hören. Wir hören aber auch längst nicht einfach, was gesagt wird, wie es gemeint ist. Der Psychologe Friedemann Schulz von Thun weist uns darauf hin. Auf ihn geht das Modell des „vierfachen Hörens“ zurück. Das bedeutet, dass wir auf vier verschiedene Arten hören können, was gesagt wird. Wir hören also mit „verschiedenen Ohren“.
Etwas konkreter heißt das: Es gibt das so genannte „Sach-Ohr“, das die reine Information einer Aussage aufnimmt. Ein weiteres Ohr ist das „Beziehungs-Ohr“: Indem wir etwas sagen, gestalten wir Beziehung zu anderen Menschen. Als drittes nenne ich das „Ohr der Selbstoffenbarung“: Wir hören, dass unser Gegenüber mit der Nachricht etwas über sich selbst aussagt – übrigens auch dann, wenn versucht wird, Dinge in der Schwebe zu halten und das Feld der Interpretationsmöglichkeiten nahezu unendlich scheint.

Schließlich noch das vierte Ohr, die vierte Art zu hören – das so genannte „Appell-Ohr“:

Hört die angesprochene Person eine Nachricht mit dem Appell-Ohr, so fühlt sie sich aufgefordert, etwas zu tun oder zu unterlassen. „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“

Versuchen wir das Gleichnis vom vierfachen Acker mit verschiedenen Ohren zu hören und beginnen der Einfachheit halber mit dem „Sach-Ohr“. Dann nehmen zur Kenntnis, dass Jesus in diesem Gleichnis zu einer großen Menge spricht. Eine große Menge besteht aus vielen verschiedenen Menschen, die von unterschiedlichen Orten gekommen sind, um Jesu Worte zu hören.
Sie hören ein Gleichnis, eine beispielhafte Erzählung, in der es um die Frage geht, was mit dem ausgebrachten Saatgut passiert, das von einem Sämann ausgesät wird.
Der Evangelist Lukas berichtet, dass ein Teil der Saat auf den Weg fällt. Dort wird es zertreten und von Vögeln auf Nahrungssuche aufgenommen. Ein anderer Teil fällt auf Felsen und verdorrt, weil die Feuchtigkeit fehlt, die die Saat zum Austreiben braucht. Ein Teil fällt unter die wuchernden Dornen, die die Saat ersticken. Und ein Teil fällt schließlich auf guten, fruchtbaren Grund, geht dort auf und bringt hundertfache, also viel Frucht.
Der Same steht für das Wort Gottes. Davon spricht Jesus zu den Menschen – damals wie heute. Am Schluss steht sein Ruf:„ Wer Ohren hat zu hören, der höre!“
Das Hören mit dem „Apell-Ohr“ schließt sich an. Denn spätestens durch diese Aufforderung Jesu wird es aktiviert. „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“
Wir sollen hören. Das klingt logisch, denn dazu wird das Wort Gottes verkündigt, dass es gehört werde. Doch wir müssen auf eine bestimmte Art hören: Achte also darauf, wie du hörst. Bewahre, was du gehört hast und konzentriere dich auf deine Wurzeln, dass sie tief reichen und stark werden.

Zu welcher Gruppe gehören wir?
Gehören wir zu jener Gruppe, bei der das Saatgut, also Gottes Wort, auf den Weg fällt, dort zertreten und von Vögeln aufgepickt wird? Gehören wir zum „guten Boden“, der Frucht bringt? Fällt das Wort Gottes bei uns vermehrt auf Felsengrund, um dort zu vertrocknen? Oder gerät es unter die Dornen unseres Lebens?

Lassen wir die Fragen zunächst stehen und hören noch einmal auf Jesus, der uns das Gleichnis selbst auslegt. In den Versen 11-15 lesen wir:

11 Dies aber ist die Bedeutung des Gleichnisses: Der Same ist das Wort Gottes.

12 Die aber an dem Weg sind die, welche hören; dann kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihren Herzen weg, damit sie nicht glauben und errettet werden.

13 Die aber auf dem Felsen sind die, welche, wenn sie hören, das Wort mit Freuden aufnehmen; und diese haben keine Wurzel; für eine Zeit glauben sie, und in der Zeit der Versuchung fallen sie ab.

14 Das aber unter die Dornen fiel, sind die, welche gehört haben und hingehen und durch Sorgen und Reichtum und Vergnügungen des Lebens erstickt werden und nichts zur Reife bringen.

15 Das in der guten Erde aber sind die, welche in einem redlichen und guten Herzen das Wort, nachdem sie es gehört haben, bewahren und Frucht bringen mit Ausharren.

Zu welcher Gruppe gehören wir?

Das ist nicht so einfach zu kategorisieren. Ich meine, da steckt je nach Lebensphase, Erfahrung und Prägung etwas von allen vier Böden in uns.
Nicht immer sind wir nur am Zweifeln. Wir sind auch nicht immer flach wurzelnde Enthusiasten, die im Windhauch umhertreiben. Und wir haben freilich auch nicht immer die Kraft, um sinnstiftend und lebensspendend zu sein.
Da steckt etwas von allen vier Böden in uns. Von den Büschen und Dornen in Zeiten, in denen uns alles überwuchert. Der Kopf ist voll mit tausend Dingen, die uns im Leben den Horizont begrenzen. Wir kompensieren unsere Leerstellen etwa über berufliche Anstrengung, um dann spätestens ab dem Ruhestand damit konfrontiert zu sein, dass sich echte Lebens-Leerstellen nicht in dieser Weise füllen lassen.
„Wer Ohren hat zu hören, der höre!“

Da ist etwas von den Steinen in uns, die sich aufgetürmt haben, weil uns Mut und Ausdauer fehlen zur Veränderung; die wir umkreisen, wenn wir vor Gegenwind kapitulieren und einmal mehr im Gewohnten verharren. „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“

Da steckt etwas in uns von den festgetrampelten Pfaden, wenn aufgrund gemachter Erfahrungen oder einmal gefundener Überzeugungen die Öffnung für Neues unmöglich scheint; wenn wir es nicht wagen, für uns das Glück und die Freiheit zu beanspruchen, die Gott uns eröffnet. „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“

Ermutigen soll uns, dass da immer auch etwas vom guten Boden in uns ruht. Das sind die Zeiten, in denen wir über uns selbst hinaus- oder vielleicht auch einfach in uns hineinwachsen – in unser Potential, das Gott als Sämann doch längst schon kennt.
„Wer Ohren hat zu hören, der höre!“

Das Gleichnis Jesu ist in den drei synoptischen Evangelien, also bei Markus, bei Matthäus und bei Lukas zu finden. Das heißt, wir können sie gar nicht überhören. Sie sind nicht verborgen, sondern liegen offen vor uns wie ein weiter Weg, der sich auftut.

Die Worte Jesu ermutigen dazu und fordern uns auf, den eigenen Lebens-Garten zu bestellen. Nicht darauf zu warten, bis es jemand anderes tut. Nicht darauf zu hoffen, dass die Verantwortung abgegeben werden könnte. Nicht darauf zu setzen, dass Wesentliches sich von selbst erledigt und unwesentlich wird mit der Zeit, denn die tiefe Sehnsucht wird bleiben und davon künden.

Sicher, die Wurzeln mancher Dornen, mancher Ängste, sitzen tief in uns und sie werden wohl auch immer wieder zum Vorschein kommen. Dann müssen wir mutig Wege finden, diese Dornen zu begrenzen, damit sie nicht alles unter sich ersticken. Die Steine, die wir ständig umkreisen, vor denen wir verharren, sollen wir bei Seite schaffen. Und anstatt auf den immer gleichen festgetretenen Pfaden Neues einpflanzen zu wollen, das dort nicht keimt, sollten wir auf Wachstum und Verwandlung setzen abseits derselben.

Das Bild des Sämanns mag dabei helfen. Oft wurde es in der Kunstgeschichte inszeniert.
Da schreitet  er. Konzentriert, mit festen Schritten und kräftigem Schwung. Der Sämann bringt den Samen aus. Riechen Sie die frische Erde?! AMEN.

Predigt zu Amos 5,21-24 am Sonntag Estomihi, 14. Februar 2021, von Pfarrer Volker Gerlach

Liebe Gemeinde,
ungefähr 750 Jahre vor Christi Geburt betritt ein Mann Namens Amos eine Gottesdienstversammlung und verkündet ein Gotteswort, das es in sich hat. Gott spricht:

21 Ich bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag eure Versammlungen nicht riechen.

22 Und wenn ihr mir auch Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich kein Gefallen daran und mag auch eure fetten Dankopfer nicht ansehen.

23 Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören!

24 Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.

 Was will dieser Mann?

Amos lebte im 8. Jahrhundert vor Christus. Israel war damals in zwei Reiche, das Nord- und das Südreich aufgeteilt. Amos stammte aus dem Südreich, als Prophet war er aber im Norden unterwegs. Es gab zu dieser Zeit fest an einem Heiligtum angestellte Propheten, Gottesmänner, die dazu berufen waren, im Namen Gottes zu sprechen. Sie waren sozusagen Werkzeuge Gottes durch die er zu den Menschen sprechen konnte.

Amos war im Unterschied zu den Festangestellten sozusagen freischaffender Prophet.

Prophet ist jedoch kein Lehrberuf. Eigentlich war Amos ja Schafhirte und Maulbeerzüchter. Bis er direkt von Gott berufen wurde. Von nun an sagte er frei heraus, was im Namen Gottes gesagt werden musste. „Ich bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag eure Versammlungen nicht riechen“. Wie so etwas ankam kann man nur vermuten. Querulant! Falscher Prophet! Großmaul! Hau ab!

Warum tut Amos sich das an? Warum diese scharfe Kritik des Propheten an den Gottesdiensten? Amos konnte nicht anders, denn Gott selbst hat ihm die Worte in den Mund gelegt.

Zum Hintergrund: Amos lebte in einer Zeit in der sich die Wirtschaft vor allem im Norden erholte, nach einer Zeit in der das Land am Boden lag. Die Menschen, genauer der eine Teil der Menschen, konnte wieder gut, ja immer besser und ohne Sorge leben. Der andere Teil der Menschen jedoch blieb arm oder wurde immer ärmer und ärmer, immer hilfloser.

Schon damals funktionierte die Wirtschaftstheorie nicht, die besagt, dass der wachsende Reichtum der Einen zu mehr Wohlstand für alle führt. Diese Ansicht wird übrigens noch heute von manchen Wirtschaftswissenschaftlern vertreten. Wenn die großen Konzerne immer mächtiger werden, haben alle etwas davon. Ich habe daran so meine Zweifel.

Gehen wir nochmals zurück in die Zeit des Amos.

Nie zuvor wurde so viel verdient in jenem Land, nie zuvor gab es aber auch so viel Armut im Land.

Manche Familien sind so hoch verschuldet, dass sie sogar ihre Kinder als Sklaven verpfänden müssen. Die Bestimmung, einen gepfändeten Mantel doch wenigstens über Nacht zurückzugeben, damit sich sein Besitzer wenigstens beim Schlafen zudecken kann, findet sich sicherlich nicht ohne Grund in der Bibel: Wenn du den Mantel deines Nächsten zum Pfande nimmst, sollst du ihn wiedergeben, ehe die Sonne untergeht, 26 denn sein Mantel ist seine einzige Decke auf der bloßen Haut; worin soll er sonst schlafen? Wird er aber zu mir schreien, so werde ich ihn erhören; denn ich bin gnädig. (Ex 22,25.26)

Die harten Gerichtsworte des Amos gegen die Reichen und gegen einen falschverstandenen Tempelkult bringen Amos wie zu erwarten in Schwierigkeiten.

Die Sache kommt bis vor den König von Israel.

Der Oberpriester Amazia – er steht beim König von Israel in Lohn und Brot - sorgt dafür, dafür, dass Amos Redeverbot erhält und das Land verlassen muss. Ihm bleibt am Ende dann auch nichts anderes mehr übrig.

Liebe Gemeinde,

wenn es um Arm und reich geht, um Gewinner und Verlierer in einer Gesellschaft sind wir schon mitten drin im Thema Gerechtigkeit. Der Kern der Kritik, die Amos ausspricht ist nicht die Form der Gottesdienste, die Art der Lieder oder die Art und Weise der Opferhandlungen. Es geht vielmehr um die Haltung der Menschen, die sich zum Gottesdienst versammeln:

Ihr habt den Blick verloren für diejenigen, denen es nicht so gut geht wie euch. Oder ihr verschließt einfach die Augen davor, wollt es nicht wahrhaben, dass es Armut in eurer unmittelbaren Umgebung gibt. Manchmal ist die Armut offensichtlich, ein anderes Mal aus Scham versteckt.

Und nun feiert ihr Gottesdienst als ob alles gut wäre. Viel mehr noch: Ihr meint, Gott damit zu gefallen.

Amos wandte sich an diejenigen, die auf der Sonnenseite des Lebens standen. Sie kamen regelmäßig zur gottesdienstlichen Feier zusammen und vollzogen ihre rituellen Opfer. So wie Gott es wollte – dachten sie. Und nun dieses irritierende Gotteswort des Propheten Amos, diesem unverschämten Schafhirten aus dem Süden: Gott gefällt euer Gottesdienst nicht! Er verachtet ihn! Denn der Gottesdienst ist zu einer Feier geworden, in der nicht mehr Gott und seine Gerechtigkeit im Mittelpunkt stehen, sondern der Mensch mit seiner Geltungssucht und der Meinung es Gott recht zu machen.

Über zweitausend Jahre später war dies auch die Botschaft von Martin Luther:

Der Versuch, es Gott mit unserem Bemühen recht zu machen wird nicht gelingen. Gottes Liebe hängt nicht von unserer Anstrengung ab. Sie ist Geschenk, unverdient, ohne Wenn und Aber.

Gottesdienst darf kein Selbstzweck sein. Das ist die Kritik, die Amos ausspricht: Amos geht es um Recht und Gerechtigkeit. Sie sind nicht vom wahren Gottesdienst zu trennen.

Ihr lügt und betrügt, die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Ihr lebt auf Kosten anderer und wascht eure Hände in Unschuld. Ihr meint mit Singen und Opfern ist es getan.

Doch Gott will Gerechtigkeit und die Gerechtigkeit wird kommen. Sie ist nicht mehr aufzuhalten. Sie strömt wie Wasser, wie ein nie versiegender Bach. Ein großartiges Bild! Auch wenn die Welt vor Ungerechtigkeit schreit.

Auch wenn das Strömen der Gerechtigkeit angesichts dessen, was wir hören und sehen schwer zu glauben ist. Gottes Zuspruch seiner Gerechtigkeit gilt: “Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.”

Gottesdienst und Alltag, Gott und die Welt gehören zusammen. Liebe ist nicht nur ein Wort, Liebe das sind Worte und Taten! (EG 650)

Gerechtigkeit geschieht im Alltag, am Arbeitsplatz, in der Gesellschaft. Gott will, dass zusammenbleibt, was zusammengehört: Herz und Hand, Denken und Tun, Glauben und Leben, das Heil der Seele und die Sorge für heile Verhältnisse. Wer in die Tiefe der Seele hinabsteigt und dort Gott findet, wird hören, wie Gott ihn wieder in die Welt schickt, um von Gott zu erzählen und mit Gott zu wirken.

In unserem Gesangbuch steht ein wunderbares Zitat von Martin Buber: „Wir können nur mit Gott reden, wenn wir unsere Arme um die Welt legen“.

Das Gebet, das Gespräch mit Gott und die Verantwortung für die Welt und die Sorge um die Welt gehören zusammen.

Es geht eben nicht darum Gottesdienst und Handeln im Alltag gegeneinander auszuspielen. Denn ich müsste doch an der Welt verzweifeln, ohne die Verheißung, dass am Ende einer für Gerechtigkeit sorgt und die Tränen trocknen wird.

Ich müsste doch an der Welt verzweifeln, wenn ich nicht an eine gute Kraft glauben würde, die stärker ist, als das was ich aus mir selbst zustande bringe.

Ich müsste doch an der Welt verzweifeln, wenn es die Liebe nicht gäbe mit der Gott mich ansieht und die mich fähig macht für andere da zu sein.

So verstanden gilt Bubers Satz auch umgekehrt: Wir können unsere Arme nur dann verantwortungsvoll um die Welt legen wenn wir aus Gottes Liebe und Barmherzigkeit leben und Kraft und Mut daraus schöpfen.

 

„Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“ Dieser Satz ist als Auftrag an uns Menschen zu hören. Doch manchmal denke ich, der Auftrag, für Recht und Gerechtigkeit zu sorgen, überfordert uns. Das Unrecht, der Egoismus, das sind Kräfte, die immer wieder die Oberhand gewinnen. Reichen unsere kleinen Schritte, dass sich irgendetwas ändert?

 

Liebe Gemeinde!

Dem Anspruch Gottes an unser Leben geht sein Zuspruch an uns schon längst voraus.

Darum will ich nicht nur den Auftrag hören, sondern auch die Verheißung, die Zusage. Es ist, als sähe es Gott als seine eigene Sache an, für Recht und Gerechtigkeit zu sorgen. Manchmal finde ich es unendlich tröstlich, darauf bauen zu können, dass Gott selbst für Recht und Gerechtigkeit einsteht. So bedrohlich Manches zusammen kommen mag in unserer Gegenwart – es gibt einen, der, davon ist Amos überzeugt, die Zukunft in seinen Händen hat.

„Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“

 

Amen

Predigt von Pfarrer Friedemann Glaser, Kißlegg, am 2. Sonntag vor der Passionszeit, 7. Februar

Als Predigttext hören wir das Gleichnis Jesu „Vom Sämann“, wie es uns der Evangelist Lukas im 8. Kapitel in den Versen 4-8 erzählt:

4 Als nun eine große Menge beieinander war und sie aus jeder Stadt zu ihm eilten, sprach er durch ein Gleichnis:

5 Es ging ein Sämann aus zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges an den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen's auf.

6 Und anderes fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte.

7 Und anderes fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten's.

8 Und anderes fiel auf das gute Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Liebe Gemeinde!

Eigentlich habe ich den älteren Mann in einer meiner früheren Kirchengemeinden immer ganz gerne besucht. Er hatte als Lehrer Latein und Geschichte unterrichtet, war sehr belesen und weit gereist, zudem beschäftigte er sich gerne mit theologischen und philosophischen Fragen – kurz: ein interessanter Gesprächspartner. Freilich, jeder Besuch bei ihm nahm am Ende die immer gleiche Wendung: Je länger wir miteinander redeten, desto mehr steigerte er sich in eine düstere Weltsicht hinein. Alles würde nur noch schlechter, meinte er dann und schimpfte los über die seichte Unterhaltung im Fernsehen und die korrupten Politiker, über die lasche Jugend von heute und die verantwortungslosen Wirtschaftsbosse, über die leeren Kirchen beim Gottesdienst am Sonntagmorgen und den Niedergang der christlichen Werte. Sicher, der pensionierte Lehrer legte seine Finger in manche Wunde. Aber nach jedem Gespräch mit ihm fühlte ich mich ganz ausgelaugt und selbst deprimiert – wie wenn ich von einem Sog nach unten gezogen würde. Ich kam ihm irgendwie auch gar nicht bei, weil er sich so in seiner negativen Weltsicht eingerichtet hatte. Und das, obwohl zum Beispiel sein Enkel stark engagiert in der kirchlichen Jugendarbeit war und seine Schwiegertochter eine sozial sehr aktive Gemeinderätin, also gerade das Gegenteil von dem, was er immer beklagte. Mir tat der Mann einfach nur leid …

 

Ich stelle mir vor, dass es Jesus manchmal auch so gegangen ist: Seine Jünger werden ihn sicher immer wieder einmal gefragt haben, ob sich denn ihr Einsatz für das Reich Gottes überhaupt lohne und ob es sich wirklich rechne, was sie an Zeit und Kraft für die Verkündigung des Evangeliums aufbrachten. Ich glaube sogar, dass sich jeder von uns diese Frage schon einmal gestellt hat, der sich bewusst als Christin oder Christ engagiert und seinen Glauben auch weitergeben will an andere. Vielleicht haben die Jünger die große Menschenmenge gesehen, von der Lukas am Anfang unseres Predigttextes schreibt, und haben bei sich gedacht: Wie viele von diesen Leuten lassen sich von Jesus wirklich ansprechen? Kommen die meisten nicht aus bloßer Neugier, weil Jesus als Wundertäter gerade in aller Munde ist? Werden sie nicht gleich auf dem Heimweg schon wieder in ihren alten Trott verfallen? Und wird die Begeisterung von einigen Zuhörern nicht schnell verfliegen, wenn sie erst einmal wieder zuhause in ihrem Alltag sind? Ach ja, und die wenigen, die es wirklich ernst meinen, werden die ihren Glauben durchhalten, wenn es dann einmal hart auf hart kommt? Die Jünger hatten da sicher keine Illusionen …

 

Liebe Gemeinde!

Jesus nimmt diese Anfragen seiner Jünger ernst und doch antwortet er ihnen mit einer großen Gelassenheit – einer Gelassenheit, die ich bewundernswert finde: Nehmt Euch doch ein Beispiel am Sämann. Wenn der den Samen großzügig ausstreut, geht auch manches verloren auf dem Weg durch die Vögel, in der Sonnenglut auf den Steinen oder unter den Dornen. Aber am Ende wächst trotzdem hundertfache Frucht heran – ein unglaublicher Ernteertrag, der alles weit in den Schatten stellt, was vergeblich ausgesät wurde. Starrt deswegen nicht immer nur auf die Verluste und rechnet nicht gleich mit raschen Erfolgen, sondern habt Vertrauen, dass das Reich Gottes unter den Menschen wächst – langsam vielleicht und nicht immer sofort sichtbar, aber es wächst stetig und unaufhaltsam.

 

Mir gefällt, dass Jesus der Frustration seiner Jünger nicht mit Aktionismus begegnet, dass er keine ausgeklügelte Missionsstrategie entwirft und keine optimierte Kosten-Nutzen-Rechnung aufmacht. Viel mehr mahnt Jesus bei seinen Jüngern Gottvertrauen an: Der Same des Evangeliums wird schon aufgehen. Nicht wir müssen es richten, sondern wir dürfen gelassen darauf warten, dass Gott selbst hundertfach Frucht wachsen lässt.

 

Nichts gegen Gemeindeaufbaukonzepte und Projekte, um das Evangelium neu unter die Menschen zu bringen. Aber eines muss uns gerade als evangelischen Christen dabei immer wieder bewusst sein: Das Entscheidende können wir nicht machen. Wir können nur Zeugen für unseren Glauben sein, aber wir können niemanden anderen zum Glauben bringen oder gar zwingen – Gott sei Dank können wir das nicht. Sondern Glaube bleibt immer ein Geschenk, er geschieht jeweils zwischen Gott und jedem Einzelnen, er verdankt sich letztlich dem Heiligen Geist.

 

Wer diese Unverfügbarkeit des Glaubens vergisst, dem geht es wie dem Bauer in einer alten chinesischen Geschichte: Der war enttäuscht, dass sein Korn nicht recht wachsen wollte. Er versuchte daher, die Halme selbst in die Höhe zu ziehen. Nach dieser harten Arbeit kam der Mann ganz erschöpft nach Hause und sagte zu seinen Leuten: „Ich bin sehr müde. Ich habe meinem Korn geholfen zu wachsen.“ Sein Sohn lief hinaus, um sich das anzusehen, aber er fand die Halme alle verwelkt.

 

Liebe Gemeinde!

Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Gelassenheit in Glaubensdingen bedeutet etwas anderes, als sich gemütlich oder faul zurückzulehnen. Und Gottvertrauen kann niemals fehlenden Einsatz für das Evangelium Jesu Christi entschuldigen. Viel mehr gilt, was Jörg Zink einmal in seinem Glaubensbekenntnis geschrieben hat: „Mir ist ein Auftrag gegeben: Ich soll in der Liebe Gottes leben und sie für andere spürbar machen. Ich bin ein Saatkorn für das Reich Gottes und für seine Gerechtigkeit. Das ist der Sinn meines Lebens.“

 

Wir sind Zeugen für Gottes Liebe zu dieser Welt – hoffentlich glaubwürdige Zeugen, die andere Menschen neugierig machen. Aber ob meine Worte und Taten einmal in meinem Gegenüber Glauben wecken, das liegt nicht in meiner Macht – das kann ich nur erhoffen und dafür beten. Und umgekehrt darf ich dankbar dafür sein, dass Gott mich trotz aller meiner Schwächen und trotz meines Kleinglauben dennoch zum Saatkorn erwählt hat, durch das er sein Reich in dieser Welt wachsen lassen will. Ich finde das für mich ungeheuer entlastend – und gerade daraus erwächst mir der Mut, für meinen Glauben einzustehen. So, wie es einer der irischen Segenswünsche sagt: „Ich gehe, die Saat zu säen im Namen dessen, der Wachstum schenkt. Ich stelle mich in den Wind und werfe die Körner in die Höhe, dankbar meinem Schöpfer. Was auf Stein fällt, soll verdorren, was auf Erdreich fällt, soll Wurzeln fassen, soll Leben einatmen vom milden Wind und tausendfach Frucht bringen – so Gott will. Ich mache die Runde bedächtigen Schrittes, geh mit der Sonne säend von früh bis spät im Namen der Engel und der Apostel. Gott – Vater, Sohn und Heiliger Geist – schenkt Wachstum allem, was die Erde hervorbringt, bis zum Tag der großen Ernte.“

 

Liebe Gemeinde!

Was mir an Jesu Gleichnis gefällt, ist die Großzügigkeit, mit der der Sämann aussät – nicht geizig kalkulierend, sondern mit vollen Händen. Und überraschenderweise erweist sich dieses Vorgehen am Ende auch als rechnerisch richtig: Unser Gleichnis erzählt letztlich eine Erfolgsgeschichte. Ich weiß nicht, wie es Ihnen beim Hören des Predigttextes ging – aber oft schauen wir ja dabei wie gebannt auf den Weg und die Vögel, auf den Fels und die Dornen, also auf das Problem, dass ein großer Teil des Saatgutes eben keine Frucht bringt. So lässt man aber das Sämanngleichnis vom Eindruck der Vergeblichkeit bestimmt sein und kommt dann zwangsläufig zu einer solch negativen Weltsicht wie der alte Lehrer, von dem ich zu Beginn erzählt habe. Man kann ja beklagen, dass 75 Prozent des Saatgutes keine Frucht bringen. Aber wenn die 25 Prozent, die dem Gleichnis zufolge auf gutes Land fallen, hundertfach Frucht bringen, rechnet sich die Sache immer noch. Das Aussäen des Wortes ist nicht einfach verschwenderisch und schon gar nicht überwiegend vergebens, sondern es handelt sich bei aller Freigiebigkeit um ein Vorgehen, das sich rentiert – weil bei denen, die „gutes Land“ sind, der Ertrag so hoch ist, dass die Verluste weit mehr als nur aufgewogen werden. So lebendig wirkt Gottes Segen!

 

Für mich ist diese Logik der Großzügigkeit in unserem Gleichnis eine Mahnung: Wir dürfen als Christinnen und Christen keine Berührungsängste haben – als Saatkörner des Reiches Gottes sind wir zu allen Menschen gesandt. Wir müssen uns deshalb als Kirche auch davor hüten, unseren Blick auf die Gesellschaft zu verengen oder gar zu berechnen, für welche Zielgruppe sich unser Einsatz lohnt und für welche nicht. Eine christliche Gemeinde kann nie Selbstzweck sein, sondern sie ist in die Welt gewiesen, um in Wort und Tag Zeugnis von der Liebe Gottes zu geben. Wo Kirche zur „Wohlfühlgruppe“ wird, in der sich nur Gleichgesinnte treffen, da verfehlt sie ihren Auftrag.

 

Liebe Gemeinde!

Natürlich kenne ich gerade auch als Pfarrer die Enttäuschung, dass wir Christinnen und Christen uns immer wieder mühen, den Samen des Reiches Gottes auszusäen, und dass wir doch oft so wenige Glaubensfrüchte heranwachsen sehen, geschweige denn ernten können. Wer da noch nie an sich und seinem Tun gezweifelt hat, der nimmt seine Aufgabe vielleicht entweder nicht ernst genug oder aber er belügt sich selbst über die Vergeblichkeit seiner Arbeit. Jesu Gleichnis vom Sämann kann uns da lehren, dass wir ganz einfach einen langen Atem brauchen, wenn wir am Reich Gottes mitbauen wollen. Es kann uns vor allem aber vor drei fatalen Irrwegen bewahren:

Erstens – nicht wir teilen ein, welcher Samen auf fruchtbares oder unfruchtbares Land fällt. Manchmal wächst auch Frucht dort auf, wo wir es gar nicht erwartet haben. Gottes Acker ist immer für Überraschungen gut.

 

Zweiter Irrweg – wir können die Aussaat auf einem Feld auch in bester Absicht überdüngen, indem wir meinen, wir müssten dem Glauben eines anderen immer wieder neu auf die Sprünge helfen. Und wir stehen oft in der Gefahr, junge Triebe nach unseren Vorstellungen zu beschneiden, nehmen ihnen damit aber gerade jeden Lebenssaft. Dagegen können wir aus Jesu Gleichnis lernen, auf die eigene Kraft des Samens zu vertrauen. In einem Saatkorn ist doch schon die ganze Frucht angelegt. Man muss die Dinge nur wachsen und reifen lassen.

 

Und deshalb müssen wir uns drittens davor hüten, in zu kurzen Zeitintervallen zu denken. Glaube heißt Vertrauen. Vertrauen aber muss langsam wachsen. Schritt für Schritt, Stufe um Stufe müssen wir selbst die Erfahrung machen, wie die Beziehung zu Gott unser Leben trägt. Dabei geht jede und jeder von uns das eigene Tempo – die eine schneller, der andere langsamer. So, wie es Christian Morgenstern in seinem Gedicht sagt:

„Alles fügt sich und erfüllt sich,

musst es nur erwarten können

und dem Werden deines Glückes

Jahr und Felder reichlich gönnen.

Bis du eines Tages jenen

reifen Duft der Körner spürst

und dich aufmachst und die Ernte

in die tiefen Speicher führst.“ Amen 

Gottesdienst am letzten Sonntag nach Epiphanias, 31.01.2021, mit Pfarrerin Ulrike Rose

Wochenspruch: Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. (Jes 60,2)

Lied: EG 70, 1
Wie schön leuchtet der Morgenstern / voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, / die süße Wurzel Jesse.
Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, / mein König und mein Bräutigam, / hast mir mein Herz besessen;
lieblich, freundlich, / schön und herrlich, groß und ehrlich, reich an Gaben, / hoch und sehr prächtig erhaben.
Wir beten Psalm 18 auf Seite 707 in unserem Gesangbuch.

Gebet

Gott, du hast uns das Leben geschenkt und uns zu deinen Kindern berufen. Wir danken dir für deine Güte und die Fülle des Lebens. In deinem Sohn Jesus Christus begegnen uns Menschenfreundlichkeit und Liebe.
Er ist mit uns unterwegs: das macht uns weit und frei;
Das begrenzt unsere Angst und hilft uns aus Verirrungen.
Immer wieder erfahren wir, dass wir von dir reich beschenkt sind. Hilf uns, dass wir aufmerken auf alles Lichte und Schöne in der Welt, aber auch das Leid nicht übersehen.
Lass uns, indem wir lieben, entdecken, wieviel Liebe du schenkst. Lass uns, indem wir anderen zum Leben helfen, erkennen, wie stark du Leben in uns weckst.
Führe uns auf deinem Weg der Liebe und des Friedens und der Gerechtigkeit – Schritt für Schritt und nimm deinen Heiligen Geist nicht von uns.
Amen
In der Stille beten wir zu dir

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft, noch seine Güte von uns wendet. Amen

Lesung: Die Verklärung Jesu

17 1 Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus und Jakobus und Johannes, dessen Bruder, und führte sie allein auf einen hohen Berg. 2 Und er wurde verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. 3 Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia; die redeten mit ihm.
4 Petrus aber fing an und sprach zu Jesus: Herr, hier ist gut sein! Willst du, so will ich hier drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine. 5 Als er noch so redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören!
6 Als das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. 7 Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht! 8 Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein.

NL +116 Da wohnt ein Sehnen tief in uns

Predigt zu 2. Petr 1, 16-19 (Bitte zuvor Matthäus 17, 1-8 lesen)

Predigt am letzten So. n. Ep., 31.01.2021, 2. Petr 1, 16-19

Was für ein Moment, liebe Gemeinde, den die Jünger Petrus, Jakobus und Johannes da erleben dürfen. Allein gehen sie mit Jesus auf einen Berg und sehen, wie er erstrahlt in seiner ganzen Herrlichkeit. Ein Moment der Gewissheit und der Hoffnung. In dem leuchtenden Jesus auf dem Berg erfahren die Jünger die Nähe und die Gegenwart Gottes in diesem Menschen, mit dem sie auf dem Weg sind. Alle Fragen bekommen eine Antwort. Alle Zweifel sind aufgelöst. Am liebsten würde Petrus bleiben: „Herr, hier ist gut sein, lass uns Hütten bauen.“ Solche Empfindungen sind nur zu verständlich, angesichts der Nöte in der Lebenswirklichkeit der Welt. Petrus möchte diesen Augenblick, diese Gewissheit, mit Jesus auf dem richtigen Weg zu bleiben, festhalten. Denn es tut gut, sich sicher zu sein und solche Nähe zu Gott spüren zu dürfen.

Doch es bleibt ein Moment. Schon auf dem Berg löst sich das gute Gefühl auf und verwandelt sich in große Furcht. Die Jünger hören Gottes Stimme – und das ist zu viel für sie. Sie fallen auf den Boden. Ihr Vertrauter, Jesus, fängt sie auf in ihrer Furcht. Er bleibt bei ihnen.

Der Verfasser des 2. Petrusbriefes greift diese Geschichte auf. Er schreibt einen Brief an christliche Gemeinden und bezeichnet sich selbst als Petrus, den Jünger, der auf dem Berg dabei war. In der Bibelforschung ist man sich einig, dass Petrus selbst diesen Brief nicht geschrieben haben kann. Er entstand vermutlich erst 90 Jahre nachdem Jesus gestorben war. Es war damals nichts Ungewöhnliches, sich in der eigenen Predigt auf Glaubenszeugen aus der Vergangenheit zu beziehen. So zeigte man, in wessen Geist man dachte und glaubte und wessen Tradition man bewahren wollte. Der Verfasser des 2. Petr will Orientierung geben in einer Zeit, in der vieles unsicher geworden ist und dafür beruft er sich auf den Jünger Petrus und auf die Verklärungsgeschichte, die wir in der Lesung hörten.
Ich lese aus dem 1. Kapitel die Verse 16-19: Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem großen Berg.

Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.

Liebe Gemeinde, in diesem kurzen Abschnitt wird schon deutlich, welcher Konflikt fast 100 Jahre nach Jesu Tod bestand: Die christliche Botschaft wurde angezweifelt. Alles nur geschickt überlegte Fabeln? Alles nur ausgedacht? Alles erfunden?

Solche Fragen gab es nicht nur damals. Es gibt sie auch heute und wird sie wohl immer geben. Wahrscheinlich wurden Sie alle schon einmal in solche Gespräche verwickelt, wie man das alles glauben kann, wie man sich immer noch einer Kirche zugehörig fühlen kann. Warum man seine Kinder taufen lassen will oder sich als Jugendliche mit 13 Jahren entscheidet, sich konfirmieren zu lassen. Warum man sonntags in die Kirche geht oder in der Bibel liest. Und tiefergehend noch die Frage: Wo ist denn Euer Gott, bei all dem Leid, das es in der Welt gibt?

Schon in den christlichen Gemeinden zu Beginn des 2. Jahrhunderts gab es solche Fragen. Jesus war gestorben. Seine Wiederkunft, mit der die ersten Christen noch zu ihren Lebzeiten gerechnet hatten, blieb aus. Auch die Jünger starben und nach ihnen Paulus, der große Gemeindegründer. Und noch immer war nicht eingetroffen, was verheißen war: Jesu Wiederkunft und die Rettung der Welt. So waren es nicht nur Leute „von außen“ die Fragen hatten. Auch innerhalb der christlichen Gemeinden machte sich große Unsicherheit breit. Manche Leute wandten sich ab und traten aus der Gemeinschaft aus. Andere fanden ihren eigenen Weg, ihre eigenen Antworten, ihr eigenes Fundament.

Es gab neben den Kritikern von außen auch diejenigen IN der christlichen Gemeinde, die ihren ganz eigenen Weg der Sicherheit gefunden hatten. Sie waren Teil der Gemeinde – sahen sich aber nicht mehr als Teil der Welt, sondern als erlöst, ja von allem Irdischen losgelöst - frei vom Gesetz - frei von der Angst. Die Welt kümmerte sie nicht mehr. Mehr noch, die Welt war verachtenswert, und das zeigte sich auch im Verhalten dieser Gruppe. Sie hatte nur noch sich selbst im Blick. Die Not anderer ging sie nichts mehr an. Sie waren ganz und gar auf sich selbst bezogen. Dagegen wendet sich der Verfasser des 2. Petrusbriefes:
Leben, als ginge einen die Welt nichts an, nur auf das eigene Wohl und die eigene Selbstverwirklichung bedacht, das steht für ihn ganz und gar gegen die Botschaft Jesu. Deshalb beruft er sich auf Petrus, den Jünger, den Fels, den Hirten der christlichen Gemeinde. Er beruft sich auf eine Autorität im Glauben. Dabei greift er dieses Moment aus der Verklärungs-geschichte auf, in dem sich der Petrus ganz sicher ist, in dem alle seine Fragen beantwortet scheinen und seine Zweifel zerstreut. Wahrscheinlich wollte der Verfasser diese Seite des Petrus hervorheben, um den Christinnen und Christen zu sagen: folgt ihm und seiner Gewissheit.

Von Petrus erzählen die Evangelien aber auch anders: Es gibt die Geschichte vom sinkenden Petrus. Als er Jesus über das Wasser entgegen gehen soll, überkommt ihn die Angst und er beginnt zu sinken. Klein ist sein Vertrauen und groß seine Furcht.
Petrus ist ein leidenschaftlicher Fürstreiter für Jesus und bekennt ihn als Sohn Gottes – und doch, als Jesus gefangen genommen wird, leugnet Petrus dreimal, ihn zu kennen. Groß ist sein Eifer und klein sein Mut.
In seinem inneren Streit zwischen Glauben und Zweifel, Vertrauen und Angst, Mut und Versagen, gewinnt der Jünger Petrus für mich ein vertrautes Gesicht. Er ist nicht der unfehlbare, feste Fels in der Brandung, sondern ein Suchender, Hoffender, Scheiternder, Vertrauender und Zweifelnder. Selbst auf dem Berg der Verklärung ergreift ihn die Angst. Er fällt auf den Boden und ist angewiesen auf Jesu Worte: Fürchte dich nicht.

Ob der Verfasser des Petrusbriefes diese Seite des Jüngers mitgedacht hat, als er in seinem Namen schrieb? Das bleibt offen. Bestimmt aber kannten die Leute, die diesen Brief lasen, beide Seiten des Petrus: die gewisse und die unsichere, die glaubende und die zweifelnde.

Im Horizont des Jüngers Petrus gesehen, sind wir als Glaubende stets auf dem Weg in der Spannung zwischen Vertrauen und Unsicherheit – mal ganz und gar ergriffen und gewiss und dann im nächsten Moment wieder zitternd am Boden, wie die Jünger auf dem Berg. Eines aber sollen wir bestimmt nicht sein: fertig mit der Welt.
Der Petrusbrief wendet den Blick auf den Menschen Jesus und auf sein Leben. Und dieses Leben findet mitten IN der Welt statt. In ihm kam Gott ganz nah. So erzählt es die Geschichte jenes Augenblicks auf dem Berg, als die Jünger das Leuchten Jesu sahen. Geschichten und Worte sind uns geschenkt. Sie sollen uns zum Licht werden und unsere Hoffnung und unseren Glauben lebendig halten. „Ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht.“

Heute, liebe Gemeinde, ist der letzte Sonntag des Weihnachtsfestkreis. Noch einmal folgen wir dem Bogen von der Krippe in unser Leben und fragen: Was wird sein? Das Licht der Krippe zeigt, was uns geschenkt ist, wer mit uns unterwegs ist, und dass wir in eine Zukunft mit Gott gehen. Unser Leben wird in dieses Licht gerückt.

In seinem Advents- und Weihnachtslied dichtet Jochen Klepper: Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern. / So sei nun Lob gesungen, dem hellen Morgenstern! / Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. / Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein. (EG16,1)

Unsere Angst und Pein rücken ins Licht. Jesus gab Raum für Fragen, für Leid, für Wut und Unverstehen.
Wir müssen nicht verstecken, was uns das Leben schwer macht – Krankheit und Sorge, Sterben und Einsamkeit, Streit und Verlorenheit. Wir müssen nicht immer stark und sicher sein – selbst Petrus war das nicht.

Es befreit, weinen zu können. Es tut gut, gesehen zu werden. Mit all dem sind wir vor Gott. Und wir hören seine Worte: Fürchte dich nicht.

Jesus rückt auch das Leid und die Angst einer Gesellschaft ins Licht. In seinem Leben ging er zu denen, die am Rand standen und holte sie in die Mitte. Wenn Kirche dieses Licht am Leuchten hält – heute – dann sorgt sie dafür, dass auch bei uns jene gesehen werden, die in soziale Not geraten. Erst diese Woche hat das Diakonische Werk zusammen mit anderen darauf aufmerksam gemacht, dass manche Menschen sich die Regelungen des Lockdowns einfach nicht mehr leisten können. 3 Euro für eine FFP2-Maske, technische Ausstattung für die Schule zuhause u.a.m.

Einen Beitrag, die soziale Spaltung abzufedern, versucht auch unsere Kirchengemeinde in der Sozialberatung, konkret gerade mit der Möglichkeit der Abgabe kostenloser FFP2-Masken. Wir alle können dazu beitragen, Menschen zu ermutigen, sich so helfen zu lassen. Denn manchmal fällt es sehr schwer, sich einzugestehen, dass man Unter-stützung braucht. Es ist gut, wenn wir die Nöte in einer Gesellschaft sehen. Mit all dem sind wir vor Gott. Und wir hören seine Worte: Fürchte dich nicht.

Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und -schuld. / Doch wandert nun mit allem der Stern der Gotteshuld. /  Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein Dunkel mehr, /  von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her. (EG 16,2)

Leid und Schuld rücken ins Licht. Jochen Klepper schrieb sein Lied 1937/38 – mitten im Dritten Reich. Seine Frau war Jüdin und hatte zwei Töchter mit in die Ehe gebracht. Die Familie erlebte früh die Schikanen und die Gefahren, denen Juden in Deutschland ausgesetzt waren. Einer Tochter gelang die Ausreise nach England. Jochen Klepper, seine Frau und die jüngere Tochter setzten, als ihre Lage aussichtslos geworden war, 1942 ihrem Leben ein Ende.

Letzte Woche wurde der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz gedacht. Immer wenn ich Kleppers Lied singe, denke ich an die Geschichten jener Frauen, Männer und Kinder, deren Lebensgeschichten durch gewaltsamen Tod jäh abbrachen. Ihre Geschichten zeigen, wozu Menschen fähig sind. Sie rücken ins Licht. Gegen das Vergessen.
Jochen Klepper fand inmitten seiner Verzweiflung Halt in seiner Hoffnung auf Gott. Er fand in seinem Glauben Trost – trotz allem, was er erleben musste. Er hörte das: Fürchte dich nicht. Andere Menschen, denen Schlimmes geschah konnten und wollten das nicht. Vielleicht erschien und erscheint ihnen Kleppers Vertrauen auf das Licht wie Hohn, wie eine Erfindung. Wie kann man an einem Gott festhalten bei all dem Leid, das in unserer Welt geschah und geschieht?
Jede und jeder von uns versucht darauf eine eigene Antwort. Eine könnte heißen: Ohne die Hoffnung auf Gott würde ich ganz und gar verzweifeln. Eine andere Antwort könnte aber auch sein, dass sich jemand vom Glauben abkehrt und einen Schlussstrich unter das zieht, was ihn einst getragen hat. Ob Menschen im Glauben Hilfe erfahren oder nicht, kann niemand MACHEN – auch nicht die Kirche.

Doch wenn wir die Hoffnung des Petrusbriefes auf Gott in unserer Zukunft teilen, dann können wir auch versuchen, ihn leuchten zu lassen – in unserer Zeit.
Für mich leuchtet er, mal hell und manchmal zaghaft,
wenn Leid und Not sichtbar werden – und wir hinsehen,
wenn Hilferufe laut werden – und andere zuhören,
wenn Schuld eingestanden – und manches verziehen wird,
wenn wir uns gegenseitig Zeit und Raum schenken –
und einander sehen lernen.

Amen

Musik nach der Predigt: 16 Die Nacht ist vorgedrungen

Fürbitte

Gott, du siehst uns an im Licht und dein Blick durchdringt uns, tröstend, verstörend, erfüllt von Liebe.
Du siehst unsere Freude und unsere Angst,
unser Glück und unser Leid,
unser Fragen und unser Bitten –
auch wenn es dunkel um uns ist.
Du siehst uns an,
und es ist dein Licht, das uns trägt und verwandelt.

Wir bitten dich für alle, die Verantwortung tragen,
um Besonnenheit für Entscheidungen,
Klugheit im Handeln und Weisheit in Worten.
Wir bitten dich für unsere Welt, für die Nationen der Erde, dass sie sich in dieser Krise nicht weiter voneinander entfernen, sondern nach Frieden streben. Lass die Hoffnung darauf in uns nicht erlöschen.

 Wir bitten dich für alle, die krank sind und für jene, die sie pflegen – in Krankenhäusern oder zuhause, in Heimen. Wir bitten dich für alle Einsamen und Trauernden,
für alle Müden und Kraftlosen. Lass sie dein Licht erfahren, Trost finden und Beistand. Lass sie spüren: Ich werde gesehen.

Wir bitten dich für die Menschen, deren Leben zerstört ist durch Mangel an Liebe, durch Gewalt oder Gleichgültigkeit, lass sie Menschen finden, die zu ihnen stehen, ihren Schmerz aushalten und ihnen helfen.
Leuchte du ihnen in der Dunkelheit – und rücke sie ins Licht.

Gott, du siehst uns an – und es ist dein heller Blick, der uns trägt und verwandelt. Du kennst uns, du suchst uns, du kommst uns entgegen. Dafür danken wir dir.

Wir beten miteinander und füreinander…

Vaterunser

Lied: 398 In dir ist Freude (2 Strophen)

Segensstrophe: 575 Komm, göttliches Licht

Komm, göttliches Licht,

erleuchte die Erde,

erfüll unsre Herzen, nimm Wohnung in uns.

 

 

Vesperkirche in Leutkirch vorerst abgesagt

Die vom 17. bis 30. Januar 2021 geplante Vesperkirche in Leutkirch ist aufgrund der aktuellen verschärften Corona-Situation kurzfristig abgesagt worden. Das haben das Diakonische Werk Oberschwaben Allgäu Bodensee und die Zieglerschen als Veranstalter und die Evangelische Kirchengemeinde Leutkirch als Gastgeber bekannt gegeben. Es wird aber darüber nachgedacht, die Vesperkirche auf Frühsommer zu verschieben. Pfarrer Volker Gerlach erklärte dazu: „Wir hoffen, dass zu dieser Zeit ein persönliches Zusammenkommen wieder möglich sein wird. Dann könnte man ein gemeinsames Mittagessen in der Vesperkirche anbieten. Damit wäre doch noch erstmals die Vesperkirche im Allgäu.“ Die evangelische Kirchengemeinde Leutkirch weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich Menschen in Notlagen an Sonja Seel, Sozialberatung, Pfarrhaus Poststr. 16 wenden können. Ein Termin sollte vorher unter 07522/707500 oder E-Mail: seel@diakonie-rv.de vereinbart werden.

An den beiden Standorten Ravensburg und Wilhelmsdorf wird die „Vesperkirche unterwegs“ wie vorgesehen nach Plan C stattfinden: Vom 1. bis 14. Februar werden jeweils kostenlose Vesperpakete, Brief- und Telefonkontakte angeboten. In Wilhelmsdorf findet die Vesperkirche am Brüdergemeindehaus statt. In Ravensburg wird die Vesperkirche am Haus der Diakonie in der Eisenbahnstraße 49 ihre Vesperpakete verteilen. Ursprünglich war das Johannesgemeindehaus vorgesehen. Nun wurde wegen der veränderten Situation ein zentraler Ort in Ravensburg gewählt, der einfach zu erreichen ist.
Die „Vesperkirche unterwegs“ ist ein rein spendenfinanziertes Projekt und wird gemeinsam von der Diakonie Oberschwaben Allgäu Bodensee und der Johannes-Ziegler-Stiftung, der Stiftung der Zieglerschen, veranstaltet.

  • Meldungen aus der Landeskirche

  • 19.04.21 | Prälat i. R. Ulrich Mack wird 70 Jahre alt

    Der Stuttgarter Prälat im Ruhestand Ulrich Mack wird am 20. April 70 Jahre alt. Landesbischof Frank Otfried July würdigt ihn als „Prediger des Evangeliums mit Herz und Verstand“, der die biblische Botschaft gegenwärtig und ihre Relevanz für die heutige Zeit deutlich machen wollte.

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  • 19.04.21 | „Woche für das Leben“ hat begonnen

    Die ökumenische „Woche für das Leben“ widmet sich bis 24. April der Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen. Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July und der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Dr. Gebhard Fürst, feiern gemeinsam einen Abschlussgottesdienst.

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  • 17.04.21 | 500 Jahre Wormser Reichstag

    Beim Reichstag in Worms sollte Martin Luther - dessen Ideen sich inzwischen weit verbreitet hatten - seine Lehre und seine Schriften widerrufen. Doch dazu kam es nicht. Luther verweigerte den Widerruf, was schließlich zur Reichacht und zum Verbot seiner Schriften führte.

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